Alltag


Alltag beim CCC

  ...oder was macht unser Carneval Club eigentlich das ganze Jahr ?

Hiermit liebe Leser, wollen wir Ihnen den Alltag unseres Vereins ein bisschen näher bringen. Der eine oder andere von Ihnen hat sich sicherlich schon des öfteren gefragt, was machen denn eigentlich Karnevalisten, wenn sie nicht in ihrer Karnevalssaison auf der Bühne stehen. Das heißt, in der restlichen Zeit zwischen Aschermittwoch und dem 11.11. eines jeden Jahres.
Anhand unseres Vereins wollen wir 'mal versuchen das abgelaufene Jahr Revue passieren zu lassen und gewähren Ihnen einen kleinen Einblick in unser Clubleben. Als erstes müssen Sie wissen, dass bei uns ein Jahr nicht am 31.12. endet, sondern stets erst am 28.02., das heißt wenn Rosenmontag und Aschermittwoch vorbei sind.

März

Die Saison ist gerade vorbei und alle Mitglieder des CCC sind ganz schön geschlaucht. Sechs Wochen lang Veranstaltungen an jedem Wochenende und noch an einigen Wochentagen dazu fordern halt ihren Tribut. Man freut sich auf das Erste veranstaltungsfreie Wochenende zum Entspannen bzw. zum Beruhigen der Gemüter innerhalb der Familie. Doch kaum ist es da, stellt man fest, hoppla irgendetwas fehlt doch und man hat die ersten Entzugserscheinungen. Die erste Mitgliederversammlung bringt auch nicht viel, es erfolgt eine erste vorsichtige Saisonauswertung. Die Proben der einzelnen Ballette fallen gänzlichst aus, denn erst einmal heißt es mit dem Kopf zu arbeiten und Ideen zu sammeln.

April

Der Frühling lässt alle Knospen sprießen und legt alle Frühlingsgefühle blank. Unter diesem Eindruck stehend, trifft sich die Programmkommission ein erstes Mal und hat ihre konstruktivste Phase. Noch. beeindruckt von der zu Ende gegangenen Saison kommen besten Ideen für ein neues Programm zustande. Sämtliche Ideen werden zu Papier gebracht, wieder verworfen, ergänzt und doch wieder gänzlichst über den Haufen geschmissen. Die Mitgliederversammlung verläuft noch in einem relativ großen Kreis und der Vorstand legt eine konkrete Bilanz der Saison vor. Wie immer sind die Ausgaben viel zu hoch, der Vater Staat langt auch wieder voll zu. Das finanzielle Ergebnis ist geradeso zu verschmerzen, denn immerhin muss das Geld ja ein ganzes Jahr reichen und noch einen Großteil der neuen Saison abdecken.
Im Rechenschaftsbericht des Präsidenten werden Lob und Tadel zur Debatte gestellt und nach 3 1/2 Stunden intensiver Diskussion rauchen die Köpfe und jeder ist froh, dass es vorbei ist und macht sich mehr oder weniger zufrieden auf den Heimweg. Das Kinderballett beginnt wieder mit den Proben und das Männer -und Damenballett nimmt sich selbiges wenigstens vor. In irgendeiner bekannten Familie geben sich zwei Menschen das Ja - Wort, und das Männerballett inklusive Moderator liefert dazu den Showteil bzw. veranstalten hochgeistige Spiele. Die Programmkommission trifft sich ein zweites Mal –oh höret und staunet- und fasst konkrete Pläne für's nächste Programm.

Mai

Überall ist schon zartes Grün zu sehen und bei den Männern des CCC laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Nein, nicht was Sie denken lieber Leser, es geht nicht ums neue Programm, sondern um die exakte Vorbereitung des Männertages, welcher in unseren Reihen stets mit einem perfekt ausgestatteten Wagen gefeiert wird. Die Frage, wie viel Bier und Bratwürste benötigt werden beschäftigt alle männlichen Wesen nur all zu sehr. Die Mitgliederversammlung findet schon in wesentlich kleinerem Kreise statt, und es werden erste Pläne geschmiedet wie das zu erwartende Sommerloch mit mehreren Auftritten bei Sommer –und Gartenfesten zu überbrücken ist. Einige neue Mitglieder klopfen an die Türe unseres Vereins und lernen erstmals kennen, dass die Arbeit im CCC das ganze Jahr über Engagement und Einsatz erfordert und nicht bloß die paar Wochen in der Faschingszeit. Dieser Maßen ernüchtert verringert sich die Zahl der eventuell neuen Mitwirkenden drastisch.
Unser Kinderballett trainiert vorbildlich Woche für Woche. Das Damenballett vereinbart erste Proben, die aber aufgrund terminlicher Probleme auf ein Mindestmaß von einer Probe zurückgeschraubt werden. Das Männerballett trifft sich ebenfalls unter dem Eindruck des kommenden Männertages stehend und vereinbart bei mehreren Gläsern Bier immerhin schon eine Probe mit konkreten Ideen. Die Programmkommission trifft sich wiederum, kann aber nichts Nennenswertes vorweisen, da die Ideen fehlen.

Juni

Die ersten heißen Tage lassen grüßen und jeden zieht es hinaus zum Baden oder in den eigenen Garten bzw. in die Natur. Die Mitgliederversammlung hätte auf Grund der geringen Personenzahl durchaus auch im eigenen Wohnzimmer stattfinden können. Man unterhält sich über Probleme innerhalb des Vereins und plant ganz konkret alle anstehenden Aktivitäten. Es stehen mehrere kleinere Auftritte an und der eine oder andere ist schon in Urlaubsstimmung.
Das Kinderballett probt nach wie vor sehr regelmäßig und lässt schon konkrete Tänze erahnen. Die Erwachsenenballette nehmen sich wiederum vor nicht erst auf dem letzten Drücker zu trainieren, aber zeitliche Probleme eines jeden Einzelnen lassen dieses nur beschränkt zu. Im Männerballett beschränkt man sich auf die Ideenfindung mit lokalen Getränken und schafft auch schon eine einstündige Tanzprobe. Unsere Damen diskutieren eifrig über die benötigten neuen Kostüme, wissen aber auch noch nicht all zu viel Konkretes.
Die Arbeit der Programmkommission ruht fast gänzlich und verschiebt ihre Termine ein um das andere Mal, schafft es jedoch sich gegen Ende des Monats einmal zu treffen. Der Präsident eilt derweil von Pontius zu Pilatius um noch einige" Mucken "an Land zu ziehen. Beim befreundeten Carnevalsverein in Prettin wirft das legendäre Sommertreffen vieler Carneval Clubs seine langen Schatten voraus, natürlich mit dem CCC. Es ist jedes Jahr ein großes Happening so viele befreundete, liebgewordene Gesichter wiederzusehen und auch die eine oder andere Idee mit "den Augen zu mausen". Bei den günstigen Getränkepreisen in Prettin fällt uns das nicht sonderlich schwer.

Juli / August

Die Haupturlaubszeit ist da und demzufolge die meisten Mitglieder weg. Eine Mitgliederversammlung in zwei Monaten ist vollkommen ausreichend, da wie gesagt keine größeren Probleme anstehen. Bei 30Grad Celsius im Schatten denkt sowieso kaum ein Mensch an Carneval. Der CCC absolviert einen schon kultusträchtigen Auftritt in Großlehna, wobei er die „Hot Tropical Erotic Dance Sensation“, 3 heißblütige und gutaussehende, aber die Nase bis zum Himmel tragende Brasi1ianerinnen (als Hauptakt angekündigt) glatt an die Wand spielt. Die Glocken von Rom lassen das Festzeit erbeben und alle Zuschauer zur Bühne stürzen, um den wahren Top-Act hautnah zu erleben.
Beim schon traditionellen Sommerfest der Baugenossenschaft in Eutritzsch tritt der CCC ebenfalls auf und räumt gnadenlos ab. Alle sind aufgrund des großen Erfolges hoch motiviert und schweben auf Wolke 7. Das Sommerfest der Volkssolidarität im Regenbogen wird gleichfalls von unserem Verein nach besten Kräften mit unterstützt und gestaltet. Unser Kinderballett probt trotz vieler Ausfälle konstant weiter und hat beachtliche Erfolge vorzuweisen. Männer -bzw. Damenballett befinden sich größtenteils auch im Urlaub, lassen aber ihre Probenaktivitäten nicht einschlafen.

September

Immer noch sommerlich schönes Wetter haben wir nun den Monat, wo sich jeder sagt, jetzt wird richtig rangeklotzt. Unsere Mitgliederversammlung hat einen enormen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen und noch voller Urlaubsenergie werden die bevorstehenden Aufgaben in Angriff genommen. Das neue Programm ist schon fast bis zur Hälfte fertig und es werden konkrete Aufgaben verteilt, wer sich um was zu kümmern hat.
Unsere Kiddis fahren für 3 Tage ins Trainingslager und werden von zahlreichen Erwachsenen begleitet. Alle zusammen machen sich ein paar schöne Tage und bilden eine große Familie, obwohl einige Erwachsene nach selbigen Tagen mit 15 Kid's ziemlich genervt sind. Trotzdem probt das Kinderballett jede Woche eifrig weiter und zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Das Männerballett, sowie Damenballett kann auf die stolze Zahl von 4 Proben je Ballett verweisen. Daraus resultierend will auch die Programmkommission nicht zurückstehen und trifft sich gleich zweimal. Der CCC beteiligt sich am Wasserfest im " Neuen Hafen " und belegt beim Fischerstechen einen beachtlichen 4. Platz ( von 7 gestarteten Mannschaften ). Ein sehr produktiver Monat geht zu Ende.

Oktober

Die Blätter fallen von den Bäumen, die ersten Herbststürme ziehen durchs Land und in unseren Verein zieht die erste Ruhephase nach einem sehr kreativen Monat ein. Unsere Mitgliederversammlung ist nach wie vor gut besucht und es wird eifrig debattiert und erörtert. Es treten auch die ersten Schwierigkeiten auf, so dass man gute Ideen so wie man sie eigentlich hatte auf der Bühne gar nicht umsetzen kann. Es werden Alternativen gesucht und auch gefunden und in die Tat umgesetzt. Alle Ballette proben regelmäßig und mit viel Willen zum Erfolg. Der Präsident und der Geschäftsführer eilen eifrig durch die Weltgeschichte um Auftrittsmöglichkeiten für den CCC zu besorgen. Die Programmkommission erklärt ihre Arbeit vorerst für beendet und alle konzentrieren sich auf den 11.11.

November

Wenn's draußen kalt wird, ist beim CCC die heiße Phase. Nach einer durchwachsenen Mitgliederversammlung steht die Generalprobe ins Haus. Erstmalig sehen alle Mitglieder die Erfolge der Arbeit aller anderen. Es gibt Überraschungen positiver und negativer Art. Der Präsident versucht krampfhaft alles mit seiner Moderation in Einklang zu bringen und rauft sich verzweifelt die Haare. Es werden erste Kritiken an den dargebrachten Leistungen laut, da der Erwartungsdruck vielleicht etwas zu hoch angesetzt war. Nachdem die erste Erregung vorüber und einer Ernüchterung gewichen ist, beschließt man einiges zu verändern und umzubauen. Mit dem Gefühl der beider allseitigen Zufriedenheit beenden wir unsere Generalprobe und genießen den Rest dieses Sonntages.
Wenige Tage später trifft sich der harte Kern um unsere Veranstaltung vorzubereiten, sprich den Saal auszugestalten, die Technik zu installieren und noch die eine oder andere unwichtig erscheinende Nebenarbeit zu erledigen. Trotzdem am 10.11. in Leipzig „Honky Tonk“ ist, haben wir beschlossen unsere Eröffnungsveranstaltung nicht ins Wasser fallen zu lassen, sondern wie es sich für richtige Narren gehört in den 11.11. hineinzufeiern. Der 10.11. kam heran, alle Gastverträge waren gebucht und es sollte alles hoffentlich seinen Gang gehen. Die Aufgeregtheit vor einer Veranstaltung war trotzdem jedem anzumerken. Doch im Laufe des Abends nahm die nervliche Anspannung zunehmend ab und unser Publikum bescheinigte uns eine gelungene Show. Mit diesem Urteil sehr zufrieden feierten alle Karnevalisten des CCC noch eine große Sause bis in den Morgen hinein.
Etwas ausgelaugt und verbraucht fanden sich aber alle pünktlich am 11.11. um 11:11 auf dem Marktplatz ein um den Schlüssel des Rathauses aus den Händen unseres Bürgermeisters in Empfang zu nehmen. Den restlichen Teil des Monats verbrachte unser Präsident damit, sich bei allen Sponsoren wieder ins Gespräch zu bringen und endlich alle Veranstaltungen unter Dach und Fach zu bringen. Erste Ermüdungserscheinungen machen sich bemerkbar. Unsere Ballette trainieren aber kontinuierlich weiter.

Dezember

Der Monat mit den vielen Heimlichkeiten in der Weihnachtszeit. Unsere Mitgliederversammlung verlief jedoch ohne viel Versteckspiel im Regenbogen sehr ruhig und friedlich. Es gibt nicht mehr all zu viel zu verändern und jeder erfüllt seine Aufgaben im Programm. Nebenbei besucht eine Abordnung des CCC noch einen befreundeten Carneval Club, der dieses Jahr seinen 25. Geburtstag feiert. Happy :Birthday ! Für unseren Vorstand ist dieser Monat der stressigste überhaupt, denn die Verträge für die einzelnen Veranstaltungen kommen nur spärlich und verspätet zurück. Einige Veranstaltungen fallen auf Grund der wirtschaftlichen Lage komplett aus, so dass umgehend Ersatz besorgt werden muss.
Das neue Programmheft muss erstellt werden und alleine das dauert schon mehrere Tage. Der CCC feiert traditionell seine Weihnachtsfeier im und verspricht dem auftretenden Weihnachtsmann alles mögliche, nur um eines der begehrten Geschenke zu bekommen. Danach kümmert sich jeder um seinen eigenen Kram, um in privater Atmosphäre ein paar schöne Feiertage zu verbringen. Alle Ballette trainieren zwischen den Feiertagen ( Lob über Lob allen Beteiligten ). Sogar die Programmkommission wird wieder aktiv, um zu retten was noch zu retten ist. .

Januar / Februar

Draußen ist es bitter kalt (oder sollte es zumindest sein) und der Winter hat uns alle im Griff. Das sind übrigens die zwei Monate, in denen Sie einen richtigen Kanevalisten kaum privat ansprechen können. Denn während dieser Zeit hat er nur ein Ziel, das Ausleben seines Hobbys mit den Licht -und Schattenseiten. Jeder gibt sein Bestes, damit alles ein voller Erfolg wird und das Publikum zufrieden ist. Eine zweite Generalprobe wird absolviert und schon sind wir auch wieder mitten im Veranstaltungsstress. Jetzt heißt es wieder von Auftritt zu Auftritt eilen, Technik und Requisiten installieren, auf der Bühne stehen und den verdienten Applaus des Publikums in Empfang zu nehmen. Während der tollen 3 Tage ist dieses nur mit ein paar Tagen Urlaub zu bewerkstelligen. Ganz nebenbei gilt es aber auch noch den großen Rosensonntagsumzug in Leipzig mit zu gestalten, dass heißt ein großes Auto bzw. Hänger zu dekorieren und dann im großen Umzug mitzulaufen, während sich unser Präsident auf der Bühne des Marktplatzes die Seele aus dem Leib schreit und in einer Co. Moderation die teilnehmenden Vereine präsentiert.
Während bei anderen Vereinen am Aschermittwoch der Hammer fällt, hängen wir noch ein Wochenende dran und absolvieren noch zwei komplette Veranstaltungen. In der darauffolgenden Woche gibt es dann noch einen Fasching in der Körperbehindertenschule " Albert Schweitzer ", wobei wir schon jahrelang einen Teil unserer Einnahmen den Kindern dort zur Verfügung stellen. Erst dann, wenn diese letzte Veranstaltung absolviert wurde, ist auch bei uns erstmal Schluss. Alles wird ordentlich verstaut und unser karnevalistisches Jahr liegt in den letzten Zügen und neigt sich dem Ende. Man freut sich, wieder einmal eine hoffentlich gelungene Saison über die Runden gebracht zu haben und blickt ein bisschen wehmütig auf das vergangene. Es freut sich jeder auf das erste veranstaltungsfreie Wochenende zum Entspannen und Relaxen. Kaum ist es jedoch da, gibt es die ersten Entzugserscheinungen.

Doch... Hallo, fehlt da nicht irgend etwas... ?

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